Von wo ist eigentlich der Osterhase?

Was sagen Sie ihrem Kind, wenn die Frage "Mami und Papi, von wo ist denn der Osterhase?" kommt? Die einen sagen wohl aus dem Wald, aber von da kommt eigentlich schon der Samichlaus. Eine andere Möglichkeit wäre das Feld beim Bauer oder dann ganz einfach von ganz weit her. Der Fantasie ist da wieder einmal keine Grenze gesetzt und solange die Geschichte spannend ist, wird sie von den meisten Kindern auch dankend angenommen. Der Glaube an den Osterhasen verschwindet bei den meisten Kindern im Kindergartenalter. Spätestens dann wird das Wissen der Kinder untereinander geteilt und die Geschichte um den Hasen entpuppt sich als eine Erfindung mit wenig Wahrheit.

Aber von wo kommt der Brauch um den Osterhasen nun wirklich her? Laut Wikipedia.de schrieb der Medizinprofessor Georg Frank von Frankenau im Jahre 1682 in einer Abhandlung über den Osterhasen. Diese ist die älteste bekannte Quelle. Er schreibt darin, dass der Osterhase Eier in Gärten im Gras und Gesträuchern verstecke, wo sie zur Freude und Belustigung von Erwachsenen und Kindern gesucht werden. Der Osterhase sei jedoch nur eine Fabel, welche man Kindern aufbindet. Damit hat er wohl vollkommen recht, jedoch freuen sich die Kinder noch heute jedes Jahr wieder aufs Neue über diesen Anlass, der jeweils am Ostersonntag stattfindet. In der Schweiz war aber nicht immer der Hase mit den Ostereiern unterwegs um diese in der Natur zu verstecken. Bis ins 16. Jahrhundert durfte dies bei uns der Vogel Kuckuck übernehmen. Später passte man sich an und übernahm den Hasen als die Hauptfigur für den Osteranlass. Seit da darf er auch bei uns die bunten Eier verstecken. Zu den Ostereiern gilt es noch zu sagen, dass diese nicht immer so bunt waren wie wir das heute kennen. Bereits im ersten Jahrhundert nach Christus sollen die Leute den Brauch mit den Eiern gefeiert haben. Damals waren diese jedoch rot eingefärbt, was auf das vergossene Blut von Jesus hinweisen sollte. Später im Mittelalter wurden bunte Farben verwendet. Die farbig bemalten Eier stehen heute am Ostersonntag aber nicht mehr im Mittelpunkt der Kinder. Diesen hat der Schokoladenosterhase eingenommen. Den Brauch an Ostern einen Hasen aus Schololade zu verstecken ist noch gar nicht so alt. Wann dieser seinen Ursprung gefunden haben, weiss man nicht sehr genau. Die ersten Hasen aus der süssen Masse soll es im 19. Jahrhundert gegeben haben. Damals waren sie aber im Innern nicht hohl und eher für Dekorationszwecke vorgesehen. Eine andere Möglichkeit zur Herstellung gab es damals noch nicht. Die Produktion von Schoko-Osterhasen wie wir sie kennen und für den Verkauf vorgesehen sind, startete in den 1950er Jahren in Deutschland und eroberte danach verschiedene europäische Länder. Inzwischen sind die Osterhasen sogar in den USA angekommen. In der Schweiz werden heute sagenhafte 16 Millionen Hasen pro Jahr verkauft. Fast 5% des gesamten jährlichen Schokoladenabsatzes wird an Ostern umgesetzt. Somit bekommt jeder Einwohner im Durchschnitt zwei Osterhasen geschenkt. Bei unserem Nachbarn im Norden werden sogar 200 Millionen Osterhasen hergestellt. Rund 45% davon werden ins Ausland exportiert. Durchaus Zahlen die nachdenklich machen sollten. Führt doch die Schokoladenschwemme an Ostern auch bei den Kindern zu einem Überdruss.

Ein kleiner Tipp noch zum Schluss. Immer beliebter wird das Selbermachen der Süssigkeiten aus weisser, brauner oder schwarzer Schokolade. Diverse Confiserien und Bäckereien bieten inzwischen Workshops an, damit Kinder ihren eigenen Osterhasen an einem Nachmittag giessen und verzieren können. Ein Anlass mit viel Spass und Lerneffekt sowie einem süssen, selbsterstellten Geschenk.

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